Corona wirkt im Hirn – ein Reisebericht, den ich fortführen werde!

Von Hongkong kommend, erwischte ich den letzten Flug nach Zürich. Da habe ich mir einen Camper gekauft (eine alte Dame!) und hatte ein Vorführdatum im Strassenverkehrsamt in Zürich und da schlug der Lockdown zu (Woche 12), was dazu führte, dass das Datum gestrichen wurde! Nun was tun. Der Verkäufer konnte mir ein Nummernschild lösen und ich fand einen Camping-Platz (www.camping-sulz.ch, von hier aus herzlichen Dank, denn das war ein Cleveres Kerlchen, der Chef). Dann begann das grosse Warten, aber ich hatte einen schönen Platz an der Reuss und einigermassen waren wir frei! Als dann die Grenze zu Italien aufging bin ich gleich losgefahren (3.6.2020), mein Ziel ist Kroatien! Nun dachte ich, ich mache einen Zwischenhalt im Tessin und da liess man mich nicht in den Campingplatz? Dummheit pur, denn ich bin kein Tourist, weil ich Schweizer bin, aber keine Niederlassung in der Schweiz habe (das ist die unglaubliche Begründung, aber mit Corona im Hirn ist alles möglich), aber im Tessin hatten sie halt Angst vor der Polizei und die Dame am Empfang sprach perfekt Deutsch. Na ja!

So habe ich meinen Camper gewendet und bin nach Chiasso (CH-Grenzstadt zu Italien) gefahren, gestern am 3. Juni. Da fiel mir auf, dass vor der Grenze sehr viele Lastwagen standen, wiewohl die Lastwagen auf der Südseite des Gotthards gestoppt wurden (LKW-Parkplätze genau für diesen Fall). Da die Schweiz den Schweizern empfiehlt, Italien nicht zu besuchen (weil der Virus profunde Geographiekenntnisse hat und sich augenscheinlich grad Italien ausgesucht hat 🙂 . Nun, die Italiener am Zoll fahren halt Retourkutsche und machen Abfertigung der Lastwagen im Zeitlupentempo, weil die Schweiz ja keine Schweizer Italien-Touristen wollen und die Italiener wollen aus ökonomischen Gründen genau die Touristen. Man fragt sich ja wieder mal, ist das ein Beitrag der Schweiz zur Verständigung in EU-Land? Wer hat da was gedacht, nichts, eben Corona im Hirn.

Zoll, da stand also nur ein Schweizer Zoll, 2 Zöllner und der Kerl hat mich angehalten? Nicht dass er einen Pass sehen wollte, nein er wollte wissen, ob ich mehr als 10’000 Schweizer Fränkli dabei habe und wohin meine Reise geht. Auch ihm haben Sie wohl einen Virus ins Hirn eingepflanzt, oder doch nicht, denn man muss befürchten, dass die Schweiz ökonomisch tatsächlich am Abgrund steht, eben wegen den Corona-Massnahmen. Mich hat eigentlich nur überrascht, dass ich (mein Camper und ein verdeckter Anhänger) nicht gefilzt wurde, denke aber, dass die Angst vor einer Ansteckung durch mich und meinen Camper, mich “gerettet” hat.

Nun, da war ich also in bella Italia, ohne Vorbereitung, denn für Venedig war es zu spät und so habe ich einen Campingplatz gefunden im Süden des Garda-Sees. Genaueres verrate ich nicht, weil in Italien herrscht Corona-Angst pur und die Leute glauben das!

Habe gerade gefragt, ich darf ihre Homepage angeben, was ich gerne tue, es ist wunderbar hier und auch die (wenigen) Menschen hier sind grossartig auch in Angst und Schrecken und sei es nur vor der Polizei ;-). Wenn Ihr liebe Leser mal hier vorbeikommt, auch ohne Camping-Ausrüstung, die haben hier viele Container-Appartemente und ein Restaurant mit Sicht auf den See! Habt Ihr Lust auf Ferien, gerade jetzt, nun ab ins Auto, so leer werdet Ihr dieses touristische Kleinod wohl nie mehr sehen können, aber man sollte eine Maske dabei haben, z.B. zum Einkauf!

Also auf der Autobahn sah es ziemlich normal aus, aber das änderte sich schlagartig, als ich die Autobahn verliess. Alle, alle tragen Masken, auch der Empfang auf dem Campingplatz und sie hätten es gerne gehabt, wenn ich auch eine trüge! Nun war aber der Euro doch noch stärker als die Angst (auch vor der Polizei) und ich fand meinen Platz! Musste aber alles offen legen, so z.B. meine Telefonnummer, meine email! Man muss sich vorstellen, ich sass am Restaurant am See, bei schönstem Wetter draussen und alle Kellner mit Maske und dabei waren genau 2 Tische besetzt, meiner durch mich und 2 Tische entfernt eine Deutsche Familie mit 2 Kindern, alle Gott sei dank, ohne Maske und wir kamen natürlich auf meinen Wunsch hin ins Gespräch! Die sehen die Lage erstaunlich nüchtern, es war sehr entspannt und ich habe mit meiner Meinung nicht zurück gehalten!

Einen Regentag bin ich am Garda-See geblieben und dann habe ich mich Richtung Kroatien (Venedig, Triest, Rijeka, Split) in Bewegung gesetzt. Das Wetter war leicht schöner, aber die Italiener haben es mir unmöglich gemacht im Land zu nächtigen, weil schon der Besuch eines Autogrilles war so dämlich, denn man muss Maske tragen und wird gleich am Eingang zurecht gewiesen. Trinken Sie mal einen Espresso mit Schutzmaske! Nun, mit meinem Camper bin ich ja auf niemanden angewiesen und bin gleich durchgefahren. An der Grenze Italien/Slowenien lümmeln ein paar Zöllner rum, aber kein Stopp. Dann an der Kroatischen Grenze standen nur Kroaten (oder waren das Slowenen, weil nur der Slowenische Posten war besetzt) und der wollte es genau wissen!

Wohin fahren Sie und geben Sie mir Ihre Handy-Nummer? Es dauerte gefühlte 5 Minuten, weil er die Insel Brac nicht fand (also war es doch ein Slowene!) und dann weiterfahrt. Da ich mich ziemlich auskenne in Kroatien fuhr ich ohne Navigation und bemerkte, dass in Kroatien sich keiner um Corona kümmert, kaum Masken und wenn ja als Kinnschutz ;-). Hier bin ich gelandet – sehr sympathisch und das nahegelegene Restaurant (etwa die Hälfte aller Restaurants sind (noch) geschlossen) war voll im Betrieb. Wärmster Empfang, saubere Anlage, alles da, was das Camper-Herz höher schlagen lässt und da ich die Absenz von Masken bevorzuge, hier ist es besser und die Menschen hier brauchen Tourismus um zu überleben. Hier war ich zwar nicht fertig, aber ich hatte die Chance mit einem Deutschen Ehepaar zu sprechen, das, wie ich hier eine Nacht verbrachte. Die kamen via Slowenien und Österreich und hatten sich eine Bewilligung eingeholt (via Internet) die letztlich auf einer Reservation auf einem Campingplatz fusste, übrigens ein Campingplatz, der gar keine Reservationen aufnimmt, erstaunlich, was da alles möglich ist in den Coronazeiten.

Am 6. habe ich Freunde in Pisak besucht, die ein grosses Haus (Villa Reed) ganz oder teilweise vermieten. Sehr zu empfehlen für auch grössere Gruppen, denn die Villa ist natürlich unterteilt. Meine Freunde hatten echt Angst vor Corona und haben darum Ihr Ferienhaus aufgesucht und dafür die Hauptstadt verlassen – nun, sie beginnen um zu denken und da bin ich ja nicht unschuldig daran. Sie hatten in Ermangelung von Gästen viel Besuch Ihrer Familien (leicht inkonsequent oder? 😉 ), die Chefin ist Kroatin und genossen halt Ihr eigenes Ferienhaus. Mitten im Lockdown hatten Sie in Zagreb noch ein starkes Erdbeben (5.5), so dann eigentlich doppelte Angst und sie bekamen eine Bewilligung in Ihr Ferienhaus zu zügeln (Jawohl das brauchte eine Bewilligung damals). Ich verliess Sie am folgenden Tag wieder und machte noch eine Nacht Camping in Trogir, bevor ich dann auf meine Insel Brac fuhr. Dieser Camping-Platz liegt sehr schön und hier hatte es ein wenig mehr Gäste (je ein Auto aus D, A, CH) und als ich ankam, wurde hier eine kleine Party gefeiert. Da die Leute natürlich ein wenig Musik hatten und das meine Ruhe hätte stören können ( 😉 ), brachten mir die Angestellten zuerst einen wunderschönen kalten Teller (alles mediterrane Küche) und dann noch einen Jumbo-Dessert obendrauf. Ich hatte eine wunderbare Nacht und habe viel mit der Managerin diskutiert und niemand da glaubte an die grosse Gefahr des Corona-Virus. Es begann mit Händeschütteln und endete auch so, wobei ich noch den Nassraum des Platzes besonders loben möchte: sauber und praktisch. So nahm ich am Montag Morgen (8.6.) eine schöne Dusche, bevor ich das nahe gelegene “Bauhaus” besuchte und beinahe keinen Parkplatz fand! Die Reise dann mit der Fähre von Split nach Supetar war völlig normal (ausser nur wenige Touristen), entspannt und Corona war nicht sichtbar. Auch in meinem Hafen auf Brac ist alles normal und es herrschte normales Händeschütteln. Hier auf dieser Insel glaubt niemand an die grosse Gefahr, ausser mein Nachbar (der liest glaub ich nur Revolverblätter) und ein befreundeter Deutscher, wobei letzterer jetzt “positiv” verunsichert ist, denn weder sein Begleiter (Handwerker) noch der Chef der Eisdiele glauben an die grosse Gefahr des Virus und sagen das auch laut.

Also liebe Leser, wenn Ihr könnt, macht Ferien im Süden, spätestens ab Slowenien sieht man keine Masken und die Menschen brauchen den Tourismus, das ist gelebte Solidarität!